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Kreuzbandriss beim Hund: Ursachen, Symptome und Behandlung

Kreuzbandriss beim Hund: Ursachen, Symptome und Behandlung

Diagnose: Kreuzbandriss. Was kannst du nun fĂŒr deinen Hund tun? In diesem Artikel erfĂ€hrst du alles, was du zum Kreuzbandriss bei deinem Hund wissen musst. Wir erklĂ€ren dir mögliche Ursachen und Symptome und erlĂ€utern, wie eine Behandlung ablaufen kann.

Welche Aufgaben haben die KreuzbÀnder?

KreuzbĂ€nder sind ein wichtiger Bestandteil des Kniegelenks und stabilisieren den kompletten Bewegungsablauf beim Hund wie auch beim Menschen. Kommt es zu Verletzungen in diesem Bereich, können Rissbildungen zu Schmerzen und zu einer InstabilitĂ€t des Kniegelenkes fĂŒhren.  

Die aus einem festen, fibrösen Gewebe bestehenden KreuzbĂ€nder innerhalb der Gelenkkapsel des Kniegelenks dienen zur Stabilisierung des gesamten Beines. Mediziner unterscheiden dabei das vordere und hintere Kreuzband. Die auf den BĂ€ndern wirkenden ZugkrĂ€fte ermöglichen einerseits die Streckung des Beines und sorgen andererseits dafĂŒr, dass sich Ober- und Unterschenkel nicht vertikal verschieben. 

Mögliche Ursachen fĂŒr einen Kreuzbandriss beim Hund

Ein Kreuzbandriss (auch Kreuzband- oder BĂ€nderruptur genannt) ist eine hĂ€ufige und leider auch unangenehme Verletzung beim Hund. Meist betrifft es das vordere Kreuzband, da es deutlich höheren ZugkrĂ€ften ausgesetzt ist als das hintere Kreuzband. ZusĂ€tzlich können aber auch Alterungsprozesse oder rassespezifische Faktoren eine Rolle spielen. Es wird zwischen zwei Arten von BĂ€nderruptur im Kniegelenk unterschieden, die ganz unterschiedliche Ursachen haben: 

1. Degenerative Ruptur bei KreuzbÀndern

Durch die enorme Dauerbelastung der ZugkrĂ€fte steigt auch das Risiko fĂŒr einen Kreuzbandriss beim Hund. Dies tritt besonders bei Ă€lteren Vierbeinern auf, die augenscheinlich ohne eine erkennbare Ursache plötzlich Symptome zeigen. Hierbei ist jedoch von einer gewissen VorschĂ€digung des Bandes auszugehen. Große und besonders schwere Hunderassen, wie Bernhardiner, Labrador, Golden Retriever, Boxer, Sennenhunde, NeufundlĂ€nder oder Rottweiler, zeigen zudem eine Veranlagung fĂŒr eine degenerative Ruptur des Kreuzbandes. 

2. Traumatische Ruptur bei KreuzbÀndern

Zu den Formen einer traumatischen Ruptur zĂ€hlen beispielsweise UnfĂ€lle, SprĂŒnge oder StĂŒrze aus grĂ¶ĂŸerer Höhe sowie Raufereien zwischen Vierbeinern. Innerhalb derartiger unglĂŒcklicher Bewegungen besteht oftmals die Gefahr, dass das Band ruckartig abreißt. 

Symptome: Wie erkenne ich einen Kreuzbandriss bei meinem Hund?

Je lĂ€nger der krankhafte Zustand des Stabilisierungsbandes im Kniegelenk besteht, umso intensiver treten auch die Symptome hervor. Diese zeigen sich bei jedem Hund anders. Einige Vierbeiner können im Stand kaum noch das Gleichgewicht halten, andere entwickeln eine abnorme Sitzhaltung. 

Symptome beim Aufstehen erkennen

Deinem Hund fĂ€llt das Aufstehen nun zunehmend schwerer. Handelt es sich um eine geringe Rissbildung, kann er bereits nach wenigen Schritten wieder normal laufen und das Kniegelenk bewegen. Bei einem fortgeschrittenen Kreuzbandriss mit einer zusĂ€tzlichen MeniskusschĂ€digung bemerkst du bei deinem Hund schon nach dem Aufstehen eine drastische Lahmheit. Die Fortbewegung vollzieht sich dann nur noch auf drei Beinen. 

Symptome im Stand erkennen

Durch eine Schonhaltung kann dein Hund das betroffene Bein entlasten. Dabei kannst du beobachten, dass der Vierbeiner entweder auf den Zehenspitzen steht oder das betroffene Bein in der Luft hĂ€lt. 

Symptome beim Sitzen erkennen

Da das Beugen des Knies Ă€ußerst schmerzhaft ist, kann dein Hund sein Bein nur geringfĂŒgig nach vorn oder nach außen beugen. Die normale Sitzhaltung verĂ€ndert sich; dein Hund sitzt nun schrĂ€g. 

Symptome beim Laufen erkennen

Hier wird das Ausmaß besonders deutlich. Das in einer Beugehaltung angehobene, kranke Bein berĂŒhrt nur kurzzeitig den Boden. Oftmals wechseln sich Episoden mit geringeren oder stĂ€rkeren IntensitĂ€ten ab, was gleichzeitig eine MehrfachschĂ€digung des Kreuzbandes bedeutet. Durch die Schonhaltung des Hinterbeines schwindet auch dessen Muskulatur. Treten weitere Risse auf, gibt dein Vierbeiner jetzt deutliche Schmerzlaute von sich. 

Wie wird ein Kreuzbandriss beim Hund behandelt?

 In der Regel werden Kreuzbandrisse auf chirurgischem Wege mittels Kreuzband-OP behandelt. Um mit Implantaten oder anderen geeigneten Hilfsmitteln die Belastbarkeit und StabilitĂ€t des Kniegelenks wiederherzustellen, kommen folgende gĂ€ngige Operationstechniken zum Einsatz: 

  • Kapselfaserraffung 

  • Bandersatz 

  • TTO (Triple Tibial Osteotomy) 

  • TTA (Tibial Tuberosity Advancement) 

  • TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy) 

Was diese Operationen im Einzelnen bedeuten, wie sie durchgefĂŒhrt werden und welche fĂŒr deinen Hund die beste Option ist, entscheidet der Tierarzt bzw. Chirurg. Hier ist es ggf. ratsam mehr als eine Meinung einzuholen.

Kreuzbandriss beim Hund: Gibt es eine Alternative zur OP?

FĂŒr eine Behandlung des Kreuzbandrisses existieren verschiedene Methoden. Die konservative Möglichkeit greift auf die UnterstĂŒtzung durch Physiotherapie, Schonung und medikamentöse Behandlung zurĂŒck. Diese fĂŒhren jedoch nur bei kleinen Hunderassen oder Vierbeinern mit geringem Körpergewicht und leichter Symptomatik zum Erfolg. Bei einer massiven SchĂ€digung und grĂ¶ĂŸeren Hunderasse ist eine OP unumgĂ€nglich, hier ist es wichtig die Behandlungs-Möglichkeiten mit einem Tierarzt oder Spezialisten zu bespreche

Welche Kosten verursacht ein Kreuzbandriss beim Hund?

Ist eine Kreuzband-OP unvermeidbar, entstehen Behandlungskosten in Höhe von ungefĂ€hr 1.600 Euro bis 2.000 Euro. Diese BetrĂ€ge variieren allerdings enorm und sind stets von der durchzufĂŒhrenden Methode der Kreuzband-OP und der jeweiligen Örtlichkeit (Tierarztpraxis oder Tierklinik) abhĂ€ngig. Eventuell ergeben sich noch weitere finanzielle Aufwendungen fĂŒr Voruntersuchungen, Röntgenaufnahmen, Medikamente und Verbandsmaterial sowie Verlaufs- und Nachuntersuchungen. Eine stationĂ€re Unterbringung könnte ebenfalls erforderlich werden. Mitunter kann ein Hunde-OP-Versicherung oder Hundekrankenversicherung die Kosten decken. 

Heilungsdauer beim Kreuzbandriss - wann ist mein Hund wieder fit?

Unmittelbar nach einer Kreuzband-OP ist der Hund noch sehr mitgenommen und zeigt ein erhöhtes SchlafbedĂŒrfnis. Der wĂ€hrend der Kreuzband-OP angelegte Verband wird in der Regel bereits nach wenigen Tagen entfernt. In den darauffolgenden sechs bis acht Wochen darf das Bein noch nicht voll belastet werden. Eine Physiotherapie beschleunigt den Heilungsprozess des kranken Hinterbeines und ist meist Bestandteil der Nachbetreuung. Die Therapeuten geben zudem auch Frauchen und Herrchen gern Anleitung, sodass diese verschiedenen Übungen in den Alltag ihres Lieblings einbauen können. 

Gleichfalls kann versucht werden, dass betroffene Hinterbein beim Gassigehen vorsichtig zu belasten. Je nach Befindlichkeit des pelzigen Patienten sind drei- bis viermal tĂ€glich SpaziergĂ€nge erlaubt, wobei der Aufenthalt im Freien nicht lĂ€nger als 15 Minuten dauern sollte. UngefĂ€hr am zehnten Tag nach der Operation werden die FĂ€den gezogen. 

Des Weiteren finden regelmĂ€ĂŸige Verlaufsuntersuchungen und strenge Gewichtskontrollen statt. Sobald die Röntgenaufnahme in der achten Woche einen positiven Heilungsverlauf bestĂ€tigt, ist die nĂ€chste Etappe geschafft. In den meisten FĂ€llen ist ab diesem Zeitpunkt eine leinenlose Bewegung wieder möglich. Der Muskelaufbau des Hinterbeines dauert noch etwas lĂ€nger. UngefĂ€hr nach drei Monaten darf mit einer vollstĂ€ndigen Genesung und Belastung des Beines zu rechnen sein. 

Folgen bei Nichtbehandlung eines Kreuzbandrisses

Ein Kreuzbandriss ist stets ein Fall fĂŒr den Tierarzt und bedarf einer sorgfĂ€ltigen medizinischen Behandlung. Selbst wenn der Vierbeiner nur eine geringe Symptomatik zeigt, kann die Nichtbehandlung gravierende SpĂ€tfolgen bringen. Bleibt die Situation zunĂ€chst unerkannt, kommt es zur Schwellung des Kniegelenkes. Durch die Schonhaltung des Hundes werden weitere Gelenke ĂŒberlastet. Muskelschwund und Knochenabbau setzen dem betroffenen Bein immer stĂ€rker zu. Erfolgt keine Behandlung, entsteht eine zunehmende InstabilitĂ€t des Kniegelenkes. Ober- und Unterschenkel können sich gegeneinander verschieben und zu arthrotischen VerĂ€nderungen im Kniegelenk fĂŒhren. Wenn du glaubst, dass dein Hund lahmt, weil er unter einer Arthrose leidet, lies unseren Artikel „Arthrose beim Hund: 4 Dinge, fĂŒr die dein Vierbeiner dankbar ist“ und erfahre mehr zu diesem Thema.

In jedem Fall ist es dringend ratsam, schon bei den ersten Anzeichen einer Lahmheit den Tiermediziner aufzusuchen. Nur mit der passenden Therapie können bleibende SchĂ€den wie BewegungseinschrĂ€nkungen und Schmerzattacken des kleinen Lieblings verhindert werden. 

Wir von brunolie wĂŒnschen deinem Vierbeiner gute Besserung und hoffen, dass er schnell wieder auf die Beine kommt!

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