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Darum bellen Hunde, wenn sie alleine sind

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Wer kennt es nicht: Kaum verlässt man die Wohnung, schon beginnt der Vierbeiner zu wimmern und zu jaulen. Häufig kommt noch lautes Hundebellen hinzu. Dieses Szenario spielt sich Tag für Tag in unzähligen Haushalten ab.

Trennungsstress beim Haustier ist ein ernstzunehmendes Thema, schließlich ist das Verhalten des Hundes nicht nur für den Besitzer, sondern auch für die Nachbarschaft eine Belastung. Dabei Viele Vierbeiner verarbeiten den Stress, der sich durch die Trennung von einer Bezugsperson bei ihnen aufbaut, durch ausgiebiges Hundebellen, ein Beschweren in der Hundesprache. Besonders die kommunikativeren Vertreter unter den Hunden machen so ihrem Unmut über die Situation Luft.

Der Mensch sendet durch seine Handlungen ständig Signale aus, welche der Hund aufnimmt und in Hundesprache überträgt. Dabei entstehen durch Gewöhnung bestimmte Muster, die zu einer Konditionierung führen. Will der Besitzer beispielsweise mit seinem Liebling spazieren gehen, zieht er sich vorher eine Jacke an, sucht Schlüssel und Handy zusammen und begibt sich zur Tür. All dies wird vom Tier wahrgenommen, es reagiert entsprechend und stellt sich darauf ein, das Haus zu verlassen. Der Halter legt allerdings ein ganz ähnliches Verhalten an den Tag, wenn er das Haus ohne den Hund verlassen will – und da sich dieser aufgrund der Signale auf einen Spaziergang eingestellt hat, reagiert er nun frustriert, dass sein Herrchen oder Frauchen ohne ihn aus dem Haus geht.

Warum haben Hunde ein Problem mit dem Alleinsein?

Der Hund lebt seit über zehntausend Jahren Seite an Seite mit dem Menschen, er ist dessen Gesellschaft gewohnt und mittlerweile in den meisten Fällen auch abhängig von ihm. Wird dem Hund diese so wichtige Gesellschaft genommen, etwa weil er alleine zu Hause gelassen wird, beunruhigt ihn das. Die plötzlich fehlende Nähe zum Sozialpartner, zu dem er eine Bindung aufgebaut hat, bringt ihn daher in eine Stresssituation, die er mit Bellen zu kompensieren versucht.

Langeweile in Abwesenheit des Halters ist ein weiterer wichtiger Faktor, der zu lautem Bellen führen kann. Hunde wollen gefordert und angeregt werden, sie suchen stets neue Herausforderungen und brauchen viel Aufmerksamkeit. Fällt der Mensch vorübergehend weg, der für Beschäftigung sorgen könnte, ist dies besonders für unruhige Tiere ein Problem. Die ungewohnte Ruhe und Untätigkeit frustriert sie, weshalb sie durch lautstarkes Bellen um Aufmerksamkeit betteln. Dies kann auch nachts vorkommen, wenn der Besitzer schläft und daher keine Zeit mit seinem Haustier verbringt.

Zudem stellt sich bei einigen Vierbeinern eine erhöhte Wachsamkeit ein oder sie werden geradezu aggressiv, wenn sie ohne Gesellschaft sind. Sie nehmen Geräusche und Bewegungen vor dem Fenster sensibler wahr und versuchen, durch lautes Bellen die vermeintlichen Bedrohungen abzuwehren. Sie haben das Gefühl, den Schutz ihrer Bezugsperson verloren zu haben und wollen sich durch aggressives Auftreten ein Gefühl der Sicherheit verschaffen.

So kann Hunden das Bellen abgewöhnt werden

Es ist durchaus möglich, dem Hund das Bellen abzugewöhnen. Dafür empfiehlt sich eine Mischung aus Gewöhnungstraining und Ablenkung. Durch Konditionierung kann erreicht werden, dass der Hund nicht mehr in Stress verfällt. Dafür sollte der Besitzer immer wieder ein paar Minuten die Wohnung verlassen; gibt der Hund Laute von sich, darf darauf nicht reagiert werden. Schafft es der Schützling jedoch ruhig zu bleiben, kann das mit Leckereien und Streicheleinheiten belohnt werden. Zudem sollten Fortgang und Rückkehr des Besitzers sowie abends das Schlafengehen und Aufstehen am nächsten Morgen sehr ruhig gestaltet werden, um die Situation nicht unnötig zu dramatisieren und den Hund daran zu gewöhnen, dass es normal ist, dass Herrchen oder Frauchen die Wohnung alleine verlassen.

Außerdem sollte man herausfinden, warum der Hund unter Trennungsproblemen leidet. Langweilt er sich, so können Beschäftigungsmöglichkeiten wie Spielzeug oder in der Wohnung versteckte Leckerli für Ablenkung sorgen, bis der Halter zurückkehrt. Hat der Hund Angst, so empfiehlt sich eventuell ein Hundesitter oder ein Familienmitglied, um regelmäßig nach dem Rechten zu sehen und damit zur Beruhigung des Haustieres beizutragen. Dadurch kann übermäßiges Bellen schon bald der Vergangenheit angehören.

Insgesamt gilt natürlich, dass Hunde Situationen wie das Alleinsein besser verkraften, wenn sie generell entspannt sind und so wenig Stress wie möglich ausgesetzt werden.