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Ratgeber

Hundesprache richtig verstehen und deuten

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Für viele Menschen ist der Hund ein wahrer Wegbegleiter durchs Leben. Mann, Frau und Kind können mit dem geliebten Vierbeiner spielen, raufen, lachen, kuscheln und jede Menge gute Zeit verbringen. Hunde können ihre Bedürfnisse, Wünsche und auch Nöte nicht so einfach mitteilen wie wir Menschen. Die Fellnase nutzt dafür bestimmte Bewegungen, Blicke und Laute.

So ist der Mensch auf nonverbale Mittel angewiesen, um den treuen Weggenossen verstehen zu können. Die Hundesprache ist so wie die Sprache der Menschen keineswegs uniform. Jeder Hund ist anders und auch zwischen den vielen Hunderassen gibt es etliche Varianten, Facetten und Formen, wie die Hunde mit uns Menschen kommunizieren. Das heißt aber nicht, dass der Mensch automatisch in der Lage ist, jede Gestik, jedes kleine Zeichen und jede Mimik der Fellpfoten richtig zu deuten.

Es gibt eine Hundesprache, doch jeder Hund gebraucht diese auf seine ganz spezielle Weise. Hunde setzen bei der Kommunikation ihren gesamten Körper ein, um ihre Absichten, ihr Verlangen und ihre Stimmung auszudrücken. Für den Hundehalter wäre es herrlich, wäre er in der Lage, aus ein paar wenigen Verhaltensmerkmalen des Vierbeiners exakte Rückschlüsse ziehen zu können, was den Hund bewegt. Während des gemeinsamen Weges erkennt der Hundehalter, dass er, um verlässliche Aussagen über die Befindlichkeit seines Hundes machen zu können, stets die gesamte vorherrschende Situation berücksichtigen muss.

Hundesprache und ihre Signale: Angst, Spielen, Aggression

Bei den Fellnasen wird die Sprache über Signale ausgesendet, die über die verschiedenen Lautäußerungen, die Ohrhaltung, die Körperhaltung und über das Schwanzwedeln erfolgen. Man kann diese Signale jedoch nicht 1:1 auf alle Hunderassen bezogen verallgemeinern. Im Laufe der Zeit erkennt der Hundebesitzer bestimmte Verhaltensweisen seines Freundes und kann sie nach und nach besser einordnen. In gewissen Situationen im Alltag verhalten sich die treuen Vierbeiner stets gleich.

Angst und aggressives Verhalten können Hand in Hand gehen. Für den Hundehalter ist entscheidend, sofort erkennen zu können, ob der Hund aggressives Verhalten ausdrückt oder nicht. Sträubt der Hund sein Nackenfell, beginnt er zu knurren und mit den Zähnen zu fletschen, dann sind dies bei den meisten Fellpfoten deutliche Signale von „Attacke“ –  Vorsicht, da fordert mich einer heraus. Der Hundehalter erkennt auf Anhieb: Irgendetwas geht dem Vierbeiner massiv gegen den Strich.

Die Angst kann sich oftmals auch ganz anders manifestieren, indem der Hund zu zittern beginnt, seinen Schwanz einzieht und sich an Orte zurückzieht, an denen er sich sicher fühlt. Geht es mit dem Hund ins Freie auf die Spielwiese, so wedelt der Hund in der Regel voll Vorfreude mit dem Schwanz. Doch das Schwanzwedeln signalisiert nicht automatisch Freundlichkeit und Freude, vielmehr ist es ein Zeichen der absoluten Aufregung. Ist der Hund in Spiellaune, dann ist er ungefährlich, auch wenn er übertriebene Gesten macht und den Vorderkörper tief stellt und mit der Rute wedelt.

Wie kann man die Hundesprache lernen?

Mit viel Geduld und mit Aufmerksamkeit kann man sich ein Hundenarr der Hundesprache durchaus annähern. Es ist für Hundehalter wichtig, die individuelle Hundesprache ihres Vierbeiners zu lernen und zu kennen, um brenzlige Situationen zu vermeiden.

Spitzt der Hund seine Ohren, dann hat er etwas gehört, das ihm vertraut vorkommt. Mit dem Ohrenspitzen kann das Tier ganz spezielle Emotionen ausdrücken, wie etwa: „Ich höre alles!“. Ob das nun das Öffnen einer Chipstüte ist oder der Klang einer Autotür, der Hund signalisiert etwas Außergewöhnliches oder etwas Unerwartetes. Dabei kann es sich um ein Geräusch handeln oder einen unerwarteten Besucher.

Das Ablecken signalisiert bei den Hunden Zuneigung, es kann aber auch schlichtweg nur bedeuten: „Ich will was zum Fressen“. Mit dem Ablecken folgt die Fellnase zudem einem Urinstinkt, dass der gesamte Clan im Haushalt gleich riecht. Das ist dem Hund insofern wichtig, da es ihm das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit gibt.

Die Hundesprache kann der Hundebesitzer sehr gut auch über Signale wie Gähnen deuten oder wenn sich der Vierbeiner auf den Rücken legt. Zeigt er seinen Bauch entblößt und schutzlos, dann möchte die Fellnase Streicheleinheiten. Es ist ein Zeichen, dass sich der Hund geborgen und pudelwohl fühlt.

Das Gähnen kann auf Langeweile hindeuten, aber es zeigt auch Momente der Verlegenheit. Durch das Gähnen überspielt der Hund oftmals auch gerne die Scham. Die Fellnasen sind in vielen Situationen genauso schlechte Lügner wie wir Menschen.

Häufige Fehler und Fehldeutung der Hundesprache

Möchte der Mensch die Hundesprache richtig verstehen, dann ist Feingefühl und ein wenig Übung unumgänglich. Dem Hundefreund dienen Unterwürfigkeits-, Droh- und Dominanzsignale in der Hundesprache häufig dazu, heikle Situationen oder Konflikte zu vermeiden.

Damit der Mensch eine Bindung zum Vierbeiner aufbauen kann, muss er bemüht sein, sich mit dem Hund verständigen zu können. Die Beurteilung der Körperhaltung, der Mimik des Hundes sowie seine Stimmungen geben dem Hundehalter Aufschluss, was den Hund bewegt, stört oder erfreut.

Aus Sicht des Hundefreundes gilt es darauf zu achten, gewisse Verhaltensweisen des Hundes zu erkennen, um nicht auf seine Tricks hereinzufallen. Bittende und fordernde Verhaltensweisen am Tisch oder in Restaurants sollten nicht falsch gedeutet werden. Der liebe Vierbeiner hat keinen Hunger, er will lediglich mitnaschen.

Fehler, die bei der Deutung der Hundesprache gemacht werden, führen leider nicht selten dazu, dass der Hund selbst zum Rudelführer wird. Mit Gewalt wollen sich die wenigsten Hunde durchsetzen, vielmehr wickeln sie den Menschen mit ihrer Charmeoffensive und mit ihrem „Ich bin ja so arm dran“-Blick um den Finger.

Die richtigen Beschwichtigungssignale bei Hunden

In der Hundesprache dienen Beschwichtigungssignale dazu, dem Gegenüber klar zu machen, dass man keine bösen Absichten verfolgt und dass man selbst absolut keine Gefahr darstellt. Von den meisten Hunden werden die typischen Beschwichtigungssignale eingesetzt und verstanden. So können selbst kritische Situationen fast immer entschärft werden.

Begegnen sich Hundehalter mit ihren Liebsten an der Seite, so setzen die Hunde meist die Beschwichtigungssignale ein. Der Hund setzt sich oder legt sich hin, er wendet seinen Kopf ab, er dreht sich zur Seite, leckt sich über die Lippen, er verlangsamt die Bewegungen, läuft um den anderen Hund herum, schnüffelt intensiv oder er wirft sich auf den Rücken.

Für den Hundehalter ist es wichtig und wertvoll, die Beschwichtigungssignale zu kennen. Doch sind bei Weitem nicht alle Aktionen des Hundes beschwichtigend zu deuten. So muss nicht jedes Gähnen, jedes Blinzeln und jedes Ablecken gleich als beschwichtigend verstanden werden. Manchmal sind Hunde müde und gähnen, und manchmal blinzeln die Fellpfoten auch nur, weil die Sonne sie blendet.