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Spieltrieb bei Hunden – so spielst du richtig mit ihm

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Hunde werden, wie alle Tiere, von verschiedenen Trieben gesteuert. Wenn in der Hundeerziehung genau diese Hundetriebe berücksichtigt werden, ist es für den Hund wesentlich leichter und natürlicher, gehorsam zu sein.

Beim Hund sind mindestens vier Triebe bekannt. Sie steuern den Hund in seinem Alltagsleben. Der Meutetrieb sorgt dafür, dass der Hund seinem Rudel folgt. Im Rudel sind die Tiere geschützt und ihre Jagd ist dementsprechend auch erfolgreicher. Daher ist es wichtig, dass jedes Tier seinen Platz im Rudel kennt und den natürlichen Hundetrieb hat, dem Rudel zu folgen. Der Mensch nimmt den Platz des Rudelführers ein und im Idealfall folgt ihm sein Hund aufgrund seines Meutetriebs.

Der überlebenswichtige Beutetrieb hingegen sorgt dafür, dass der Hund sich voll und ganz auf sein Fressen konzentriert, wenn mögliche Beute in erreichbarer Nähe ist. Auf ein Geräusch oder einen Duft hin beginnt er, das Futter zu suchen, bis er es gefunden hat. In der Wildnis folgt an dieser Stelle die Jagd oder der Hund frisst das Aas, das er gefunden hat. Im Haus endet der Beutetrieb allerdings schon mit dem Fressen aus dem Futternapf.

Hunde meiden alles, was unangenehm oder gefährlich für sie ist. Dafür verantwortlich ist wiederum der Meidetrieb. Dieser überlebenswichtige Hundetrieb schützt den Hund vor Gefahren und Verletzungen.

Der Spieltrieb, der sich aus verschiedenen Hundetrieben zusammensetzt, ist besonders stark bei Welpen und jungen Hunden ausgebildet. Aber auch ältere Tiere spielen gerne. Gemeinsames Spielen festigt zudem die Bindung im Rudel und hilft jedem Tier, seinen Platz einzunehmen. Selbst Aggressionen und Streitigkeiten werden im Spiel auf harmlose Weise ausgetragen.

Der Spieltrieb in der Hundeerziehung

Die Hundetriebe entscheiden in der Hundeerziehung über den Erfolg oder Misserfolg der Beziehung zwischen Mensch und Hund. Sie werden gezielt eingesetzt und gefördert. Spiele gehören mit zur Hundeerziehung. Sie sind ein wichtiger Ausgleich im Leben der Hunde, denn sie machen Spaß, wecken Begeisterung, Elan und gute Laune. Außerdem werden das Vertrauen und die Bindung zwischen Mensch und Hund gestärkt durch die positiven Gefühle, die beim Spielen freigesetzt werden.

Der Mensch bildet gemeinsam mit seinem Hund ein Minirudel. Im Spiel trainieren Hunde ihre Fähigkeiten und erlernen dadurch die Regeln des Rudels. Der Mensch bestimmt Anfang und Ende der Spielzeit und festigt damit seine Rolle als Rudelführer. Auch der Hund darf zum Spielen auffordern und es ist völlig in Ordnung, wenn der Mensch diese Einladung annimmt. Natürlich steht beim Raufen der Hund auch mal auf oder über dem Menschen. Das geht jeder Hundemutter mit ihren Welpen genauso. Deshalb verliert sie nicht gleich ihre Autorität. Wenn es ihr reicht, knurrt sie und steht auf. Der Mensch sagt „Aus“ und erhebt sich. Damit beendet er die Spielzeit und behält die Oberhand.

Neugierige Hunde lernen gerne neue Spiele

Das bekannteste Hundespiel ist das Apportieren. Der Mensch wirft einen Stock, einen Ball oder eine Frisbeescheibe. Der Hund jagt dem Gegenstand hinterher und bringt ihn seinem Menschen zurück. Im Übermaß gespielt kann es den Hund süchtig nach den körpereigenen Glückshormonen machen. Er jagt dann nur noch nach dem Ball und übersieht sogar Artgenossen, die zum Spielen einladen.

Bei den Schnüffelspielen wird ein Gegenstand versteckt, den der Hund kennt. Mit seiner Nase nimmt er den Duft auf und verfolgt ihn, bis er das Versteck gefunden hat.

Klassischer Hundesport bietet viele Möglichkeiten, den Spieltrieb auszuleben. Den Stofftunnel durchqueren, über Hürden springen, Slalom um Stangen oder Kegel laufen, über eine Wippe gehen und andere Aufgaben fördern die Koordination und Beweglichkeit des Hundes. Der große Vorteil dabei: Beim Hundesport geschieht Hundeerziehung, ohne dass der Hund es merkt. Aufmerksam folgt er den Anweisungen des Menschen. Es macht ihm Spaß, zu gehorchen. Er lernt neue Strategien und Lösungen. Das fördert seine Intelligenz und wirkt sich auch auf den Alltag aus.

Welche Spiele kommen ohne Spielzeug aus?

Wenn Hunde sich begegnen, spielen sie ohne Spielzeug. Das ist auch mit Mensch und Hund möglich. Das hat den Vorteil, dass jederzeit und an vielen Orten gespielt werden kann. Was Hunde gerne spielen, hängt auch ganz entscheidend von ihrer Rasse ab. Ein Windhund, der gerne läuft, ist begeistert, wenn ihm sein Halter hinterherläuft. Und er macht auch gerne ein Wettrennen mit ihm. Spür- und Jagdhunde hingegen lieben Schnüffelspiele. Wenn ihr Mensch sich versteckt, spüren sie ihn auf. Die für ihre Intelligenz besonders bekannten Hunde wie zum Beispiel Pudel lernen gerne Kunststücke. Auch das sogenannte Dogdancing machen viele Hunde mit – eine Form des Hundesports, bei dem Hund und Mensch gemeinsam rhythmische Bewegungen zu Musik vollführen. Das sieht nicht nur witzig aus, sondern schult auch die Achtsamkeit und Konzentration der Hunde; gleichzeitig stärkt es die Bindung und das Vertrauen zwischen Mensch und Hund. In der Hundeerziehung kann der Spieltrieb als Belohnung für den Hund eingesetzt werden, wenn er gehorsam war. Es muss nicht immer ein Leckerli sein. Allein schon die Aufmerksamkeit des Menschen beim Hundespiel ist eine schöne Art, den Hund zu loben.