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Wie du deinem Hund beibringst, allein zu bleiben

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Abschiedstränen sind nie schön – weder bei uns Menschen, noch bei unseren Vierbeinern. Trotzdem kommen wir nicht umhin, unseren Hund hin und wieder für eine Weile allein zu lassen. Wir erklären euch, wie ihr eurem Hund den Abschied und die Zeit allein daheim so angenehm wie möglich macht.

Hunde lieben die Gesellschaft von Artgenossen und sind ganz klar Rudeltiere. Trotzdem ist das Alleinbleiben unseres Freundes ein wichtiger Teil der Hundeerziehung. Ein paar Stunden allein in der Wohnung bleiben, ohne aus Frust das Mobiliar zu zerlegen – dazu sollten Hunde nach einem entsprechenden Training in der der Lage sein. Wie aber trainiert man das Alleinbleiben beim Hund? Wir verraten es euch hier …

Ab wann darf man Welpen alleine lassen?

Keine Frage, ein Welpe sollte nicht gleich an seinen ersten Tagen im neuen Zuhause lernen müssen, wie man entspannt alleine bleibt. Schließlich ist er es bisher gewohnt, dass immer jemand um ihn herum ist – die Mutter und seine Geschwister vor allem. Jetzt, in der Anfangszeit im neuen Zuhause, muss der Welpe sich erst einmal an die neue Umgebung gewöhnen, alles beschnuppern und langsam kennenlernen. Ihn jetzt alleine zu lassen, wäre ein großer Fehler. Daher sollte man sich mindestens zwei, besser noch drei Wochen Urlaub nehmen, um dem Hund die Ankomm- und Kennenlernphase zu erleichtern.

Ein paar Tage dürfen also schon vergehen, bevor man mit kleinen Übungen das Alleinsein trainiert. Allerdings sollte man nicht zu lange damit warten, denn auch hier gilt: Früh übt sich. Lernt ein Hund das Alleinsein nicht zeitig, kann es zu einer Trennungsangst kommen, die für beide – Hund und Frauchen bzw. Herrchen – sehr unangenehm ist.

Was du auch nie vergessen solltest: Jeder Hund ist anders und Hundeerziehung funktioniert einfach nicht nach Schema F. Während der eine Welpe von Natur aus eher autark ist und das Alleinsein schneller wegsteckt, kann der andere Welpe wiederum zur anhänglichen Sorte gehören und du musst wesentlich mehr Geduld und Zeit investieren.

Alleinsein mit dem Hund trainieren – wie gehe ich vor?

Vor allem behutsam und in sehr kleinen Schritten. Alleinsein mit seinem Hund zu üben, heißt nicht, probehalber für eine Stunde einkaufen zu gehen, zurückzukehren und zu schauen, wie der Hund reagiert. Es sind vielmehr kleine Trennungsphasen, die behutsam in den eigenen vier Wänden eingeübt werden sollten.

Ratsam für den Anfang ist beispielsweise die Anschaffung eines gemütlichen Hündekörbchens oder eines sogenanntes Welpengitters. Das sind kleine Rückzugsorte, in denen sich dein Hund sicher fühlt und zur Ruhe kommen kann. Wenn dein Hund etwas Positives mit diesem Platz verbindet, wird er sich gerne dort aufhalten und diesen Ort aufsuchen, um sich zum Beispiel selbst zu beruhigen und auf deine Rückkehr zu warten.

Zunächst solltest du für kurze Zeit (anfangs nicht länger als eine halbe oder eine Minute) den Raum verlassen. Am besten nutzt du einen Zeitpunkt, in dem dein Welpe abgelenkt ist und sich beispielsweise gerade mit einem Spielzeug beschäftigt. Ratsam ist auch, eine Phase abzuwarten, in der dein Hund müde ist und sich ohnehin gerne ausruhen möchte. Bitte verlasse deinen Hund aber nicht, während er schläft.

Je besser dein Hund diese Mini-Phasen des Alleinseins meistert, desto mehr kannst du den Zeitraum ausdehnen, in dem du draußen bleibst. Wichtig: Kehre erst ins Zimmer zurück, wenn dein Hund sich ruhig verhält. Würdest du zurückkommen, während er jault, würde er denken, dass sein Jammern dich dazu gebracht hat, zu ihm zu kommen und er würde es immer wieder auf diese Weise versuchen.

Überwachungs-Apps als kluge Helfer

Wie aber kann man kontrollieren, ob der Hund sich wirklich ruhig verhält, während du draußen bist? Hilfreich sind hier spezielle Apps mit Video- und Ton-Überwachung (zum Beispiel: Hundemonitor), die einem während der Abwesenheit Videos und Töne von Zuhause übermittelt. So kannst du wunderbar den Zeitpunkt abpassen, um zu deinem Hund zurückzukehren.

Wenn du wieder zurückkommst, solltest du dich möglichst ruhig verhalten und kein Aufsehen um deine Rückkehr machen. Nur so wird dein Hund verstehen, dass Abschied und Wiedersehen völlig normale und alltägliche Dinge sind. Ebenso verhält es sich mit dem Abschied: Wer sich überschwänglich von seinem Hund verabschiedet, signalisiert ihm damit bloß, dass eine ungewohnte Situation eintritt, was ihn nur unnötig verunsichert.

Den Ernstfall proben – möglichst stilecht

Nun kannst du einmal versuchen, die Wohnung komplett zu verlassen – am besten möglichst stilecht, indem du Jacke und Schuhe anziehst, deine Tasche mitnimmst usw. So kann sich dein Hund noch besser an die Geräusche und Begebenheiten gewöhnen, wenn du wirklich einmal für mehrere Stunden das Haus verlassen solltest.

Steigere die Zeiträume deines Fortbleibens immer weiter und variiere auch gerne. So verhinderst du, dass dein Hund dich zu einer bestimmten Zeit zurück erwartet.

Dein Hund meistert das Alleinbleiben schon richtig gut? Wunderbar! Vergiss aber nicht, dass du die Zeiten nicht unendlich lange ausdehnen solltest. Als Faustregel gilt: Bis zu einem Alter von vier Monaten sollte man einen Welpen nicht länger als zwei Stunden alleine lassen.

So bleibt dein Hund gern allein

Es gibt übrigens einen Trick, wie dein Hund es beinahe kaum abwarten kann, dass du endlich die Wohnung verlässt. Hierzu brauchst du einen Futterball, den du vor seinen Augen mit ein paar Leckerlis füllst. Der Hund wird natürlich umgehend den Ball vereinnahmen wollen, um an die Leckerchen zu kommen. Das verhinderst du aber, so lange du dich noch in der Wohnung aufhältst; beispielsweise durch ein Kommando oder indem du den Futterball mit deinem Fuß abschirmst.

Wenn du den Raum verlässt, erlaubst du deinem Hund, sich auf den Futterball zu stürzen. Anfangs solltest du ihm nur wenige Minuten Zeit geben und dann wieder zurückkehren und ihm den Futterball abnehmen. So wird dein Hund begreifen, dass er den Futterball nur während deiner Abwesenheit zur Verfügung hat und der Spaß endet, sobald du wieder da bist. Wichtig hierbei ist, dass der Futterball wirklich etwas Besonderes für deinen Hund ist und auch nur zu diesem Zweck verwendet wird.